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2019 Bolivien, April / Mai

San Pedro de Atacama -  Bolivien/Lagunenroute - Uyuni (26. bis 30. April 2019)

Bolivien - ein ganz neues Abenteuer! Bolivien - das authentischste, gleichzeitig aber auch das ärmste südamerikanische Land. Die Lagunenroute, sie sei der Traum aller Südamerikareisenden - und sie ist auch für uns einzigartig. Lange begleitet uns der Vulkan Licancabúr, jetzt von der bolivianischen Nordseite, praktisch ohne Schnee. Die Pisten führen (n)irgendwohin, die Fahrspuren sind kilometerbreit, jeder sucht für sich den besten Weg. Den gibt es nicht. Sehr ruppig, sandig, steinig ist es überall, es gibt kein einziges Schild, keine Siedlungen, keine Menschen (abgesehen von einigen Jeeps mit Tagestouristen, die zu den Hotspots fahren). Heinz ist einmal mehr sehr gefordert auf diesen Geröll- und Sandspuren, er schafft auch diese Herausforderung bravourös!

Die Lagunen Blanca, Verde, Chalviri, Salada, Colorada, Kara, Cachi, Pastos Grandes, sie leuchten in allen Farben, tausende von Flamingos leben hier, stolzieren auf ihren langen Beinen majestätisch durchs Wasser, stets auf Nahrungssuche - sie scheinen ihre Spiegelbilder zu küssen. Spektakuläre, bizzarre Gebirgs- und Gesteinsformationen, keine Bäume und Büsche. Doch halt, einen Baum gibt es in dieser einsamen, stillen Wüstenlandschaft: den Arbol Piedra!

​​​​​​​Unsere Übernachtungsplätze in der grossen Natur sind phantastisch. Das Küchenfenster ist unser Bildschirm, draussen spazieren die Flamingos vorbei. Die sternenklaren Nächte gehören uns ganz allein. Wir vertragen die Höhe auf über 4200 Metern ziemlich gut, sind ja auch einigermassen aklimatisiert. Einzig die Nächte machen uns zu schaffen, sie sind saukalt. Die Temperaturen sinken draussen unter Null; die Heizung im Truckli schalten wir nicht ein, sie ist nur bis 2700 MüM zugelassen und könnte den Geist aufgeben. Also sehr warm einpacken - erforen sind wir nicht, auch wenn die Temperatur in unserem Haus am Morgen nur noch öppe 6 Grad betrug.

Und es war einfach erneut ein sehr grosses Geschenk, die Lagunenroute. Die Fahrt durchs bolivianische Hochland nach Uyuni ist sehr eindrücklich. Eine kleine Gruppe neugieriger Lamas begrüsst uns am Morgen vor dem Camper. Einmal mehr sind wir dankbar, dass wir auch diesen phänomenalen Teil unserer Reise relativ problemlos erfahren und erleben durften. Und am 30. April feiern wir in Uyuni, nur noch auf 3700 MüM, den Tag 200 unseres Unterwegsseins! 


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Licancabúr und Pisten auf der Lagunenroute
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Lagunenroute, Geschenk der Natur, traumhafte, einmalige Landschaft; Arbol de Piedra
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Lamas in unterschiedlichsten Farben, auch die Jungen schon mit farbigen Bändern geschmückt

Uyuni  - Salar de Uyuni (1. bis 3. Mai 2019)

Salar de Uyuni - auch dies eine Traumdestinstion von Vielen. Zehntausend Jahre ist er alt, etwas über 10000 Quadratkilometer gross - das ist fast ein Viertel der Schweiz, einfach unvorstellbar. Es wird Salz und immer mehr auch Lithium abgebaut. Topfeben ist die Salzwüste mit Strukturen wie ein gefrorener See, es gibt einige wenige Erhebungen wie die Isla Incahuasi mit über 1000-jährigen Kakteen. Durch die Ojos, Löcher gefüllt mit Wasser, sollte man nicht fahren. Aber wir sind ja nicht mit unserem Truckli, sondern mit einem Fahrer unterwegs.

Meinen Geburtstag feiere ich dieses Jahr ganz anders als üblich, ohne Freunde und Familie, in sehr spezieller Umgebung. Heinz und ich übernachten im Salzhotel Samaña. Da sind Tische, Sitzgelegenheiten, Betten, Nachttische, Wände, Skulpuren - einfach alles aus Salz. Unvergesslich wird dieses Geburifest auf dem Salar de Uyuni bleiben. Unauslöschbare Erinnerungen an eine Wunderwelt bleiben im Herzen, auf immer!

Ein Wahrzeichen von Uyuni, der Zugfriedhof, ist eine eher düstere, morbide Angelegenheit. Hier rosten alte Lokomotiven, Bahnwagen, Gleise still vor sich hin und erzählen von damals, als sie in der Geschichte der Eisenbahn von Bedeutung waren.
 
Uyuni ist eine farbige, lebhafte kleine Stadt mit fast nur indigener Bevölkerung, die Frauen in ihren mehrschichtigen, wallenden Faltenröcken, kunstvoll geflochtenen, tiefschwarzen Zöpfen und den typischen runden Hüten. Ich fotografiere meistens von hinten oder mit vorheriger Erlaubnis auch mal von vorn. Die Menschen sind freundlich, aber eher schüchtern und zurückhaltend. 

 

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Salar de Uyuni, Spielereien und Spiegelungen
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Übernachtung im Salzhotel und das Truckli ist schmutz- und salzfrei und strahlt wieder einmal...

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Zugfriedhof, eine düstere, morbide Angelegenheit...

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Farbiges, indigenes Uyuni

Uyuni  - Potosí - Sucre (4. bis 11. Mai 2019)

Auf abwechslungsreicher, guter Strasse fahren wir nach Potosí, 4067 MüM, sehen riesige Lamaherden und einige Vikuñas, schöne Landschaften, fruchtbare Gebiete und endlich wieder grüne Bäume. In Potosí gibt es eine sehr schöne, im Kolonialstil gebaute, gut erhaltene Altstadt, gehört zum Weltkulturerbe. Bekannt ist sie vor allem als Minenstadt, wo am Cerro Rico während langer Zeit Silber abgebaut wurde. Auch heute noch werden verschiedene Mineralien abgebaut, vor allem Zinn und Blei; grosse Silberadern sind rar geworden.

Auf unserer Minentour machen wir Halt auf dem Mercado de Mineros, wo die Minenarbeiter alles kaufen können, was sie für ihren Arbeitsalltag benötigen: Dynamit, Zündschnüre, Cocablätter, 96prozentigen Alkohol, Zigaretten, Spaten. Unglaublich mühsam und hart ist sie, diese Arbeit unter Tag in engen, niedrigen, feuchten Stollen, ohne irgendwelche Atem- oder sonstige Schutzausrüstung. Das Durchschnittsalter beträgt etwa 45 Jahre, mit 14 (oder auch früher) gehen die Söhne mit ihren Vätern in die Mine. Sie leiden oft schon ganz jung an Rheuma und sterben früh an Staublungen. Wir sind froh, dass wir "nur" in einem stillgelegten Stollen waren und keine Arbeiter angetroffen haben, da wären wir uns als Eindringlinge, Voyeure vorgekommen. Und wir sind auch sehr froh, das Sonnenlicht wieder zu erblicken, aufrecht gehen und richtig atmen zu können.  

Unser nächstes Ziel ist Sucre, die konstitutionelle Hauptstadt Boliviens. Schneeweisse Kolonialgebäude im Zentrum, sehr gut erhalten, auch zum Weltkulturerbe gehörend, grosser farbiger Gemüse-, Früchte- und Fleischmärit, zahlreiche Restaurants. Im Museo de Tesoro dürfen wir wunderbare Kristalle, Gold, Silber und Edelsteine besichtigen, alles wurde in dieser an Mineralien aller Art sehr reichen Gegend abgebaut. Zudem erfahren wir viel über die Geschichte der Stadt.

Auf dem einzigen, kleinen, hübschen Campingplatz verbringen wir einige Tage in sehr angenehmer Gesellschaft von Ines, Kevin, Lia und Lennox. Alberto, der Besitzer, und Erwin, sein Student und Helfer, sind überaus liebenswert und hilfsbereit. Seit San Pedro de Atacama standen wir nie mehr auf einem Campingplatz - es gibt in Bolivien auch fast keine - und wissen die Annehmlichkeiten des sauberen, gepflegten, zentrumsnahen Platzes sehr zu schätzen.
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Unterwegs nach und Bilder von Potosí

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Cerro Rico, der Silberberg, auf dem Mercado de Mineros, vor und in der Mine und froh, wieder draussen zu sein

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Unterwegs nach Sucre, auf dem süssen kleinen Campingplatz (u der Heinz het ändlech Hoseträger gfunge!)
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Märit in Sucre, farbig und sehr riche. Wär au di Eier (fr)isst, hani ke Ahnig...

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Weisses, farbiges Sucre; Campingleben mit Ines, Kevin, Lia und Lennox

Sucre -  Cochabamba (12. bis 15. Mai 2019)

Die Weiterreise nach Cochabamba führt durchs gebirgige Hochland, abwechslungsreich, ziemlich fruchtbar. Schweine, Kühe, Hühner, Esel - alles Getier läuft hier frei herum und kümmert sich wenig um den Verkehr (der ist hier auch gar nicht dicht). Auffällig sind die unzähligen Hunde, die irgendwo im Nichts, weit entfernt von Siedlungen, auf und neben der Strasse liegen, jedes Fahrzeut mit erwartungsvollen und zugleich hoffnungslosen Blicken anschauen, darauf hoffend, dass irgendjemand was Fressbares rauswirft. Dieses trostlose Hundeelend ist herzzerreissend.

Zum ersten Mal haben wir in Bolivien Probleme mit Diesel tanken, die wollen uns einfach keinen verkaufen, auch wenn wir selbstverständlich den hohen Ausländerpreis (8.88 Bol, Einheimische 3,31) zu bezahlen bereit sind. Da unser Tank noch halbvoll ist, fahren wir weiter bis nach Cochabamba.

Hier gibt es die zweithöchste Christusstatue der Welt, nach jener in Polen und vor Rio de Janeiro. 34,2 Meter hoch, mit Sockel über 40 Meter, steht sie beschützend hoch über der Stadt, mit schönem Rundblick, zu erreichen mit der Gondel. Vom Benutzen der Treppen, vor allem gegen Abend, wird mit grossen Schildern gewarnt, die Gegend ist nicht sicher.

La Cancha, es soll der grösste südamerikanische Markt sein, ist unglaublich farbig, lebhaft, eng, dicht und sehr indigen. Hier kriegt man einfach ALLES. Alt- und Oberstadt von Bern hätten auf dem mehrere Strassenblocks umfassenden Mercado locker Platz. Ein überaus eindrückliches Erlebnis!  
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Abwechslungsreiches, buntes Unterwegssein...
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Cochabamba mit Christusstatue und Warnung

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Cochabamba, La Cancha; bunt, mit getrockneten jungen Lamas und mit etwas anderen Metzgereien

Cochabamba - La Paz (16. bis 22. Mai 2019)

Und weiter geht die Reise durch relativ dicht besiedeltes, nicht enden wollendes bolivianisches Hochland. Eine völlig andere, archaische Welt, ziemlich dicht besiedelt. Hier wird mit Ochsengespann gepflügt, mit der Handsichel gemäht, die dem kargen Boden abgetrotzte Ernte zu Puppen aufgestellt. Zahlreiche Menschen arbeiten auf den winzigen Äckern, Maschinen gibt es nicht. Einmal mehr übernachten wir irgendwo im Nichts, auf öppe 4200, treffen uns mit der Familie Gaehn und essen, weils draussen sehr kalt ist, zu Sechst in unserem Truckli.

La Paz - was für eine Stadt! Wir sind, was die meisten von euch wissen, überhaupt keine Grossstadtmenschen, aber diese Stadt ist einfach unbeschreiblich faszinierend. Chaotisch, riesig, verrückt, lebendig, farbig, phänomenal! Dieses Gewusel, das moderne Geschäftszentrum, die engen Strassen, der Verkehr, 1000 Höhenmeter vom tiefsten bis zum höchsten Punkt. Ein Gondelsystem mit neun Linien (zwei weitere sind noch in Planung) verbindet oben und unten, mit Blick über diese sagenhafte, an die Abhänge der umliegenden Berge gebaute Stadt. Tausende von Colectivos, die überall dort halten, wo jemand ein- oder aussteigen will, 1 Bol kostet eine beliebig lange Strecke im gleichen Fahrzeug. Da wird rechts, links, am liebsten in Kurven, überholt, die Verkehrsfläche wird optimal ausgenutzt. FussgängerInnen haben keine Rechte, werden aber auch nicht überfahren. In der ganzen Zeit haben wir in diesem Verkehrsgewühl keinen einzigen Unfall gesehen. 

El Alto, auf über 4000 Metern gelegen, ist die Erweiterung von La Paz. Dort führt uns Lucero, eine einheimische junge Frau, durch die Stadt, wo es auf einem riesigen Markt (inklusive Hexenmarkt) wiederum alles zu kaufen gibt, Neues und Gebrauchtes, Wertvolles und Ramsch, Gestohlenes und Antikes, Zubehör für alles, alte Autos, Einrichtungsgegenstände, da fehlt nichts.

Eine Freundin von Lucero hat am Vortag geheiratet, das Hochzeitsfest dauert zwei Tage. Am zweiten Tag trifft sich die ganze Gesellschaft wieder, das Brautpaar darf/muss alle Geschenke öffnen. Wir dürfen an diesem Fest teilnehmen und werden aufgenommen, als wären wir alte Bekannte, werden grosszügig bewirtet, dürfen alles fotografieren in dieser buntgemischten Gesellschaft, wo vor allem die älteren Frauen ihren Reichtum mit wunderbaren Kleidern und wertvollem Schmuck vorzeigen. Ein einmaliger Einblick in eine völlig andere Kultur - für uns eine Bereicherung und ein grosses Geschenk.

Der Camping Colibri, etwas ausserhalb der Stadt, ist paradiesisch schön, in traumhafter Umgebung mit krassen Gesteinsformtionen, hoch über dem Rio La Paz, sauber, sorgfältig, mit äusserst liebenswürdigen, hilfsbereiten Besitzern. Hier besuchen wir einen bolivianischen Kochkurs und erfahren von Clara, der Köchin, sehr viel über das Leben, die Politik und warum Evo Morales von der älteren Generation sehr geliebt wird. Er hat den Indigenos die Gleicheberechtigung verschafft, die Cholitas durften früher gar nicht in die Stadt La Paz hinein, die reichen Leute wollten sie nicht haben.

I merke grad, dass i wider viu z viu schriibe, auso Biuder häre!



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Übernachtungsplatz im bolivianischen Hochland; ziemliches Gedränge beim Nachtessen zu Sechst im Truckli
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La Paz schillernd, faszinierend, chaotisch, einmalig, leuchtend, absolut verrückt

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El Alto, Mercado mit wertvollem und Billigem, eintauchen ins Farbenmeer

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El Alto, Hochzeitsfeier. Das Brautpaar erhält die ganze Wohnungseinrichtung, inkl. Kochherd, Polstergruppe, Esstisch mit Stühlen, Schränke. Wir sind so dankbar, dass wir an diesem Fest teilnehmen durften. Danke, Lucero!

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Camping Colibri; Kochkurs mit Clara; Valle de Luna mit grotesken Formationen, ca. 85 % Lehm und 15 % Gestein

La Paz - Coroico - Copacabana (23. bis 26. Mai 2019)

Sehr anstrengende Fahrt durch La Paz, Heinz nimmt den hiesigen Fahrstil an und wir durchfahren die chaotische Stadt ohne Zwischenfälle. Unser Ziel ist Coroico im Bergregenwald. Die Fahrt über den Paso Cumbres ist sehr schön, wir erreichen knapp die 5000-Meter-Grenze, sehen die Todesstrasse (befahren sie aber nicht), dann geht's runter auf fast 1000 Meter, gibt schon ein wenig Ohrensausen (bin stark erkältet, das erhöht den Druck), dann auf überaus abenteuerlicher Fahrt und lausiger Piste wieder hoch auf "nur" 1800 Meter nach Coroico. Was für Wechselbäder! Wir sind im feuchten, nebligen Bergregenwald mit Blumen in leuchtenden Farben, Bananenpalmen, Orangen- und und Limonenbäumen. Wir geniessen die blühende Natur und diese auf unserer ganzen bisherigen Reise nie gesehene Üppigkeit mit Wasser im Überfluss nach all den kargen letzten Wochen in vollen Zügen.

Unser nächstes Ziel ist Copacabana am Titicacasee, d.h., wir fahren zurück nach La Paz und dürfen das Verkehrschaos noch einmal erleben. Vorher heisst es Rad wechseln, wir haben irgendwo ein grosses Metallstück eingefahren. Zu Zweit erledigen wir diese Arbeit in relativ kurzer Zeit. Es ist die erste Panne seit fast acht Monaten, wir hatten bisher ganz viel Glück. 

Eindrückliche erste Blicke auf den riesigen, tiefblauen Titicacasee, ca. 8500 Quadratkilometer gross, auf fast 4000 Metern über Meer. Bei Tiquina fahren wir auf eine Holzfähre mit ziemlich durchsichtigem Bretterboden, wir erreichen das andere Ufer ohne abzusaufen. Copacabana ist ein hübsches, kleines Städtchen, direkt am See gelegen. Wir besuchen die Isla del Sol und die Isla de la Luna, besichtigen Inkaruinen, erfahren erneut viel über die Kultur der Inkas; die Sonneninsel soll die Wiege der Inkas sein. Die Wanderung ist anstrengend und steil, die Höhe macht sich bemerkbar, das Atmen fällt schwerer. Belohnt werden wir mit einem grossartigen Rundblick über den See bis hin zu den hohen, schneebedeckten Anden. 



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Fahrt über den Paso Cumbres nach Coroico in den üppig blühenden Bergregenwald - Wechselbäder pur

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Erster und hoffentlich letzter Plattfuss - souveräner Radwechsel

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Titicacasee; Holzfähre; Copacabana

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Copacabana, Isla de la Luna und Isla del Sol. U dä Titicacasee isch auso so blau, nüt mit Fotoshop bearbeitet!