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2019 Argentinien / Chile, Februar​​​​​​​


Malargüe - Paso Pehuenche - San Fernando - Pichilemu - Iloca - San Fernando  (1. bis 10. Februar 2019)
Wir geniessen die fahrlosen Tage in Malargüe, haben Zeit für Spaziergänge, Seele baumeln lassen, Coiffeurbesuch für Heinz, Homepage aktualisieren. 

Unser Ausflug zum begehbaren Vulkan Malacara ist ein sehr eindrückliches Erlebnis! Es handelt sich um einen "monolithischen" Vulkan, diese Sorte breche nur einmal aus und spucke alles aufs Mal hinaus. Das sei vor etwa 150 Millionen Jahren geschehen, seither sei er nicht mehr aktiv. Bei diesem ungeheuren Ausbruch wurde offensichtlich eine ganze Flanke weggeputzt. Das Magma mit einer Verbindung von Wasser hatte zur Folge, dass die Lavamassen rasch erstarrten und sich enge Durchgänge bildeten. Durch zahlreiche Kamine dringt Tageslicht ein. Wieder einmal sind wir überwältigt und begeisert von all den unterschiedlichen Formationen, grandios. Die Führung ist sehr informativ, auch wenn wir nicht ganz alles verstehen. Die Gegend hier hier ist übrigens gespickt mit Vulkanen in allen Grössen und Formen, einige ab und zu grummelnd, andere nicht mehr aktiv. In der weiten Ebene befindet sich eine von insgesamt weltweit drei ESA-Deep-Space-Antennen, die beiden andern sind in Spanien und Australien.

Es geht wieder einmal weiter Richtung Chile. Eigentlich wollten wir über den offenbar landschaftlich sehr schönen Paso Vergaro. Dieser ist laut Auskunft auf der Gendarmeria wegen irgendwelcher Vulkantätigkeiten aus Sicherheitsgründen gesperrt. Der 2553 Meter hohe Paso Pehuenche sei aber auch sehr schön und geteert.

Wie Recht sie doch hatten, die beiden Polizisten! Die Fahrt ist wieder einmal atemberaubend, grandios. Beim Lago Maule stockt der Atem definitiv - und auch ihr dürft wieder einmal Berglandschaften geniessen, hoffentlich wird es nicht langweilig. Inmitten dieser überaus kargen Landschaft gibt es immer wieder kleine Wunder, ein Bachlauf genügt, um die Steinöde zu Blühen zu bringen.

Lago und Rio Maule sind ein riesiges Wasserreservoir, eine neue Hochspannungsleitung führt durchs ganze Tal, der wilde Fluss wird durch Kanalisationen und Verbauungen seiner Grossartigkeit beraubt. Bei seiner Einmündung in den Pazifik bei Constitución ist er eine träge fliessende, braune Masse.

Problemloser Grenzübertritt nach Chile in La Mina, freundlich, fast schon herzlich. In San Fernando geniessen wir im Haus von Walo (Dankeschön!) Gastrecht, schlafen in richtigen Betten, lernen die Stadt und Walos persönliche Umgebung kennen. Wir besuchen Pichilemu, ein überaus touristisches Surferparadies am Pazifik, wo wir im winzigen Camping Pequeño Bosque sehr lösungsorientierte Besitzer finden; die schneiden einen Ast ab und kürzen die mit Jasmin bewachsene Pergola um etwa 20 Zentimeter, damit wir unser Auto hinstellen können.

Unterwegs nach Iloca sehen wir eine riesige Rauchwolke, der wir immer näher kommen. Ein grosses Stück Wald steht in Flammen, Löschhelikopter und Flugzeuge bringen pausenlos Wasser. Auf der Strasse stehen die Rettungs- und Löschkräfte bereit. Sie versuchen eine Schneise zu schlagen, das Feuer hat bereits auf die andere Strassenseite übergegriffen. Waldbrände sind hier keine Seltenheit, es ist sehr trocken und heiss, die Wälder brennen wie Zunder. Pinien- und Eukalyptusstämme, schwarz, verkohlt, tot, ragen als Mahnfinger in den Himmel. Hier wird intensiv Holzwirtschaft betrieben, mit entsprechenden Eingriffen in die Natur, die Landschaft wirkt arg verstümmelt.

In Iloca stehen wir direkt am Pazifik und wundern uns, dass wir am Abend und in der Nacht ganz alleine hier sind, unter einem weiten Sternenhimmel, vom Rauschen der Brandung in den Schlaf gewiegt. Am nächsten Morgen lernen wir den Namen des Platzes kennen: NO ACAMPAR. Aber es war traumhaft. 


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Lebensweisheiten, geniessen und die Verwandlung von Heinz
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Malacara von aussen, innen, mit verschiedenen Lebewesen. Wie der Hase da hinaufgekommen ist, weiss ich nicht.
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Und hier noch ein Überblick in die grosse Vulkanweite (der weisse Punkt im linken Bild ist die ESA-Antenne)

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Paso Pehuenche
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San Fernando, Walos Stammbeiz, erdbebengeschädigte Kirche; Pichilemu am Pazifik, Camping mit lösungsorientierten Besitzern 
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Wolken, Wellen, Wasser, da kann ich fast nicht aufhören! Der Name unseres Übernachtungsplatzes: NO ACAMPAR!!!
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Naturschutzgebiet Putú und der gebändigte Rio Maule kurz vor der Einmündung in den Pazifik, unsere Mittagsbeiz


San Fernando - San José de Maipo - Valparaíso - Paso Cristo Redentor - Uspallata - Mendoza - Maipú (11. bis 28. Februar 2019)
Weiter geht es Richtung Santiago, in den Cajón de Maipo. Wegen heftiger Regenfälle in den Bergen können wir nicht über den Cuesta de Chada fahren, die Strasse ist abgerutscht, und wir müssen für einige Kilometer auf die Ruta 5.

Die Fahrt nach San José de Maipo durchs enge Tal ist wieder ein wunderbares Erlebnis. Atemberaubende Landschaft, Berge, Flüsse, Steilhänge, Felsformationen, die an uralte, faltige, runzlige Elefantenhaut erinnern. Der sattblaue Himmel mit Wolken wie Schlagrahm und der azurblaue Embalse Yeso scheinen mit ihren Farben um die Wette zu strahlen. Die Piste zum Ende des Stausees, in den Steilhang gebaut, auf der einen Seite senkrecht nach oben in die Felsen, auf der andern Seite sehr direkt in den See hinunter, ist ziemlich abenteuerlich.

Auf dem hübschen Camping Los Nogales (Nussbäume) mit sehr freundlichen Besitzern und eigenem Observatorium lernen wir Katrin und Hans kennen, deutsche Langzeitreisende. Wie spannend sind doch solche Begegnungen immer wieder, mit regem Austausch über Erlebtes und Geplantes, mit Tipps und Empfehlungen für besondere Naturschönheiten, mit Lachen und Geniessen. 

Es geht wieder ans Abschiednehmen von Menschen und Tal und auf zu Neuem. Unser Ziel ist Valparaíso. Santiago besuchen wir nicht, zu laut, zu lärmig, wir sind wohl nicht mehr grossstadttauglich. Nach einer Übernachtung in San Antonio, einmal mehr direkt am Pazifik, fahren wir nach Valparaíso, auf etwa 45 Hügeln gebaut, steile, sehr steile enge Gassen, zahlreiche Sackgassen. Campergerecht ist es hier definitiv nicht. Heinz kommt manchmal im ersten Gang kaum weiter und der auf iOverlander empfohlene, sichere Stellplatz existiert nicht. Also raus aus diesem farbigen, lebhaften Ort zur Laguna Verde etwas südlich auf einen Campingplatz, von wo aus wir die Stadt bequem per Bus besuchen können. 

Valparaíso, welch passender Name für diese einzigartige Stadt! Ein einziges farbiges Gedicht, die an den Steilhängen klebenden Häuser, die eindrücklichen Mauergemälde, die in den Himmel aufsteigenden Treppen, die steilen Aufzüge. So farbig, so lebhaft und abwechslungsreich, immer wieder heimgesucht von Erdbeben und Tsunamis, immer wieder aufgebaut. Das Allerschönste für mich sind die endlosen, mit prächtigen Bildern von namhaften und weniger bekannten Künstlern gestalteten Mauern und Fassaden. Die Bilder erzählen Geschichten über die Menschen, über die Politik, sie prangern Missstände an und sind doch erfüllt von Lebenslust und Freude. Unser Guide, Juaní, führt uns durch die Altstadt, erläutert die Bilder, erzählt liebevoll über seine Stadt, die nicht zu den sichersten der Welt gehört. Aber schön ist sie, unglaublich schön, die Farben und Bilder bleiben im Herzen. 

Wir verlassen Valparaíso und fahren über den Paso Cristo Redentor wieder einmal nach Argentinien. Dummerweise fragen wir beim Zoll, ob wir über den Pass fahren können. Die Auskunft ist einhellig: nein, durch den Tunnel, die Passstrasse sei nur für kleine 4x4-Autos befahrbar. Also Tunnel. Später erfahren wir von andern Campern, dass die Strasse zwar ruppig, aber durchaus befahrbar sei. Beim Eingang zum Parque Provincial de Acongagua erblicken wir ihn zum ersten Mal, den 6960 Meter hohen, mächtigen, imposanten Acongagua; majestätisch steht er da, der Traum aller BergsteigerInnen! Die wieder überaus phänomenale Fahrt lässt den Frust über die verpasste Passfahrt vergessen. 

Auch die Strecke über den Paso Paramillo mit den haarsträubenden Haarnadelkurven wird unvergesslich bleiben. Endlos schlängeln sich Serpentinen die Berge hinab, von knapp 3000 Metern bis auf ungefähr 700 Meter hinunter, eine Kurve enger als die andere. Endgültig stockt der Atem, als plötzlich ein grosser Lastwagen mit Touris auf dem Dach vor uns steht. Er drängt sich an den Felsrand, wir stehen am Abgrund. Zentimeterweise, ganz langsam, versuchen die Fahrer, aneinander vorbeizukommen. Ich muss sehr rasch den Rückspiegel einklappen, dann passt's. Abenteuer pur, aber sowohl Heinz als auch der andere Fahrer haben ihre Autos im Griff. 

In Mendoza, der Weinstadt, gibt es Einiges zu erledigen, z.B. Gas tanken, Dokumente ausdrucken, die Stadt anschauen. Wir sind auch hier etwas ausserhalb und fahren mit dem Bus in die Stadt. Am Abend empfiehlt uns die Polizei, mit dem Taxi zum Camping El Mangrullo zurückzufahren, die Gegend sei nicht sicher. Zum ersten Mal werden wir von der Polizei zum Taxistand begleitet, wieder sehr freundich und hilfsbereit. Wir geniessen hier einige Tage auf dem grosszügigen, sauberen Platz.

In Maipú sind wir mit Miguel unterwegs für Weindegustationen. Auf der hübschen, von einem französischen Paar geführten Bodega Carinae erleben wir die Freude der Besitzer beim Eintreffen der soeben geernteten ersten Trauben, zuckersüss sind sie. Die Weine schmecken ausgezeichnet, der Familienbetrieb ist überschaubar, hier wird mit Herzblut und viel Handarbeit feiner Wein produziert. Bodegas López, gegründet 1898, in der vierten Generation im Familienbesitz, ist ein völlig kommerzialisierter Riesenbetrieb, wo jährlich 15 (oder 150?) Mio Liter Wein produziert werden, mit schickem Restaurant und feinen Weinen und kaum spürbarem Engagement. Wir geniessen ein gutes Menü und lassen uns zur kleinen Firma Pasrai mit feinen Olivenölen und anderen leckeren Sachen führen. Miguel hat die Tour perfekt vorbereitet und uns wohlbehalten zu unserem Truckli gebracht.   

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Cajón de Maipo, Embalse Yeso
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Katrin, Heinz, Rosen, Hans, Anne Marie
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Und immer wieder Pazifik, Hunde, Strandgut, Salzkristalle

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Und es hätte noch viel viel mehr unglaublich schöne Bilder von Valparaíso  - Himmelstreppe original und im Bild.

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Pässe, Berge, Farben
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Mendoza, die Weinstadt - und wir trinken Wasser (keine Sorge, wir sind gesund, es ist einfach sehr heiss), Winzerfest

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Maipú, Bodega Carinae, klein aber fein
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Bodegas López, alles riesig, mit Museum
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Pasrai, kleiner Familienbetrieb mit feinem Olivenöl und so ...